Dank an Johann F. Seeweg
Johann F. Seeweg, Fotografenmeister und Publizist
Vielen Dank hier von meiner Seite an Johann Seeweg.
Geduldig gibt er Auskunft und Ratschläge. Nicht nur auf fotografischer Ebene sondern auch lebens- und vergnügungstechnisch.
Durch ihn bin ich wieder zur analogen Fotografie gekommen. Bei einem meiner Besuche in seinem Labor hab ich mal hautnah gesehen was so alles in einer Dunkelkammer gemacht werden kann.
Seine Hompage: www.seewegblues.de
Ein Verfechter seiner „Müettrschbroch“
Von Thomas Niehörster
Immenstadt -
Ein „Universalgenie“ nannte ihn Harald Dreher, Beauftragter der Stadt Immenstadt
in seiner Begrüßungsrede anlässlich der Eröffnung der „Seeweg-Tage“
augenzwinkernd: Johann Seeweg ist in jedem Fall überzeugend, wenn es um
Fotografie, Dichten oder Bluesmusik geht.Vielen der zahlreichen Besucher, die
sich zur Vernissage eingefunden hatten, ist Seeweg als ehemaliger Moderator von
Radio Grünten noch gut bekannt. Er ist einer der wenigen, die es sich erlauben,
gekonnt gegen den Strich zu bürsten. Der Künstler zeigt in der Immenstädter
Schrannenhalle eine umfangreiche Ausstellung seiner Schwarz-Weiß-Fotos. Für den
Fotografenmeister („summa cum laude“) ist fotografieren „zeichnen mit Licht“.
Wer schwarz-weiß fotografiert, müsse sich mit der Farbe auskennen, postuliert
Seeweg - der müsse wissen, aus welchen Farben sich ein Schlagschatten
zusammensetzt, um die entsprechenden Filter einsetzen zu können.
Liebe zum Nebel
Von seiner Kunst zeugen die emotional sehr ansprechenden Fotos mit Motiven aus
der Natur und besonders im Nebel, den Seeweg liebt, wenngleich er sich auch
sonst nicht mit dem Wetter auseinander setzt - das mache nur depressiv, sagt
er.Depressiv ist der Künstler mit der unverrückbaren Baseballkappe keineswegs.
Manchmal ein nachdenkliches Schmunzeln, aber überwiegend herzhaftes Lachen
begleitete die - wie er es nannte - „Weltpremiere“ seines Buches „bled gschwätzt“
mit feinen, hintersinnigen Gedichten und Gedanken, oft typografisch in eine Form
gegossen, die fast unmöglich auf dem Computer geschrieben scheint. Hier merkt
man ihm seine geistige Verwandtschaft zu Ernst Jandl und anderen Vätern des
Dadaismus und der konkreten Poesie wie Eugen Gomringer an.Dabei bleibt Seeweg
ein absoluter Verfechter des Allgäuer Dialekts, seiner „Müettrschbroch“. Auch
wenn es im Jahr 2222 keine Wörter mehr mit einem „e“ gebe, wie er in seinem
Gedicht „dio oroborung dos allgaus“ meint. „Bled gschwätzt“ unterliegt keiner
Rechtschreibung und die darin enthaltenen Fehler seien durchaus gewollt, wie es
im Vorwort steht. Man muss Seeweg unbedingt „lesen sehen“ - wie er im Laufe des
Vortrags mit vergnügt blitzenden Augen zur Höchstform aufläuft und sich als
Etymologe, als Wortforscher, outet.Als Gäste lasen bei der Eröffnung Cornelia
Beßler und Sepp Schmid aus ihrem Buch „Schealewengesch“ heitere Gedichte, für
die die Zuschauer Zugaben verlangten. Cornelia Beßler, die Seeweg seit der
gemeinsamen Schulzeit kennt, hatte ihm ein neues Gedicht gewidmet, das an seine
Schulstreiche erinnerte. Und dann trat bis spät in die Nacht der Bluesmusiker
Seeweg in Aktion. Obschon die Formation mit dem „Universalgenie“ an der
Bluesgitarre, Erika Seeweg am Bass und Christian Preis am Schlagzeug seit
etlichen Jahren nicht mehr miteinander gespielt hatte, perlten wieder die guten
alten Songs der Rock und Blues-Größen durch die altehrwürdige
Schrannenhalle.Einen Abend seiner Ausstellung stellte Seeweg der
Buchpräsentation von „Freeride Allgäu“ von Lucky Hehl und Alexander Freudig zur
Verfügung. „Freeride Allgäu“ ist ein Bildband mit faszinierenden Farbfotos, der
insbesondere die Zielgruppe jüngerer Skisportfans anspricht.
06.12.2006 Allgäuer Anzeigenblatt